Die Geschichte der Werkfeuerwehr ist naturgemäß eng mit der des Klosters verbunden. Schon im 17. Jahrhundert hat es Einrichtungen zur Brandbekämpfung gegeben. In der Chronik aus dem Jahre 1699 ist zu lesen: Abt Augustin ließ "durch den Schweizer Christian Matha zwei größere und drei kleinere Feuerspritzen gegen einen Lohn von 40 Imperialien anfertigen. Sie speien das Wasser über die Dächer der neuen Häuser aus".
Wie viele andere Klöster wurde die Abtei 1803 aufgehoben. Das klösterliche Leben erlosch und die Gebäude verfielen fast vollständig. 1913 wurde Münsterschwarzach durch die Missionsbenediktiner von St. Ottilien wiederbegründet.
Am 17. Juni 1926 schlug nachmittags ein Blitz in ein Gebäude, der - so der damalige Chronist -Gott sei Dank nicht zündete. "Er beleuchtete aber grell auch unsere Wasserversorgung und Löscheinrichtungen. Es war in dieser Hinsicht für nichts vorgesorgt."
Nach über zwei Jahren Überlegungen und Beratungen wurde dann 1928 eine eigene freiwillige Feuerwehr gegründet, die dem damaligen Bayerischen Landesfeuerwehrverband mit allen Rechten und Pflichten eingegliedert wurde. Erster Kommandant war Br. Siegfried Mennel, zweiter Br. Helmward Weigand. Ihnen unterstanden 16 Mann. Die Feuerspritze gehörte dem Bezirk Kitzingen, wurde aber im Kloster in einem eigenen Raum aufbewahrt.
Die Feuerwehrleute übten fleißig. Ihren ersten Einsatz hatten sie -typisch für die Klosterwehr- in der Nachbarschaft: In der Nacht vom 28. auf den 29. April 1930 brach im nahen Mainsondheim Feuer aus. Mit der großen Motorspritze gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen und so die außerordentlich gefährdete Ökonomie des Baron von Bechtolsheim zu retten.
1956 wurde die Freiwillige Feuerwehr in eine anerkannte Werkfeuerwehr umgewandelt. Sie wurde die erste Stützpunktwehr des Landkreises und besetzt auch heute noch ein LF 16 und das Lichtfahrzeug des Landkreises. Die Werkfeuerwehr Münsterschwarzach war eine der ersten Wehren, die mit Atemschutz und -etwas später- mit hydraulischen Rettungsgeräten für die Technische Hilfeleistung ausgestattet war. Sie ist nach wie vor für einen Autobahnabschnitt der A3 zuständig. In ihrem eigenen Bereich schützt die Wehr ca. 1000 Menschen, die sich täglich in Schule, Internat, Lehrlingsheim, Werkstätten, Gästehaus und Konvent des Klosters aufhalten.
1966 wurde die Werkfeuerwehr Münsterschwarzach die erste der später acht Stützpunktfeuerwehren im Landkreis Kitzingen. Ihr Einsatzgebiet umfaßte den ganzen Landkreis Kitzingen und die Randbereiche von mehreren anderen Landkreisen. An eine Hilfsfrist von 10 min. oder einen 15 km Einsatzradius war überhaupt nicht zu denken. Durch die massive Aufrüstung auch kleinerer Ortswehren werden diese langen Anfahrten immer seltener. Aber auf die Klosterbrüder war und ist stets Verlaß.
Da es auf dem Klostergelände der Abtei dank eines gut ausgebauten vorbeugenden Brandschutzes kaum Brände gibt, sind fast alle 22 Einsätze, die die Wehr im Jahr 1996 zu bewältigen hatte, nachbarschaftliche Löschhilfen.
Derzeit unterstehen dem Kommandanten, Bruder Edmar Schäfer, 25 Mönche in der Feuerwehr. Wenn man den normalen Personalschlüssel zugrunde legt (3-fache Besetzung aller Funktionen), sind es viel zu wenig. Da die Mönche aber fast immer zu Hause sind, kann die Klosterwehr auch mit so wenigen Leuten alle notwendigen Posten im Einsatz besetzen.
Eine besondere Anerkennung der Wehr und auch
seines persönlichen Engagements war die Auszeichnung von
Bruder Edmar mit der höchsten Anerkennung des bayerischen
Feuerwehrwesens, dem Steckkreuz des Feuerwehr-Ehrenzeichens am
13.10.1997. Einen Bericht zu diesem besonderen Ereignis finden
Sie im "Info-Intern",
dem Mitteilungsblatt des Bezirksfeuerwehrverbands Unterfranken.
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