Snowman-Wanderung
2001 vom 30. - 31. Dezember oder: Wie aus Schnee Früchtetee wurde |
| Unsere Zelte standen schon im Frühjahr, Sommer und Herbst, auf Bergen und am Meer. Doch wie wird wohl eine Nacht im Winter bei Schnee und Kälte im Zelt sein? Diese Erfahrung fehlte uns noch. |
![]() Unsere Schneemänner |
Die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr waren bestens geeignet, diese Erfahrung für die festlich verwöhnten Bäuche nachzuholen, um dieser Weihnachtsidylle etwas mehr Schwung zu verleihen. Vier Raider beschlossen eine Schneewanderung zu machen. Diese entwickelte sich zu einer ausgedehnten Zweitagestour. Mit allerlei Zeltmaterialien, Verpflegung und Wärmeutensilien erklommen wir am 30.12.01 die Höhen des Frankenberges im südlichen Steigerwald. Wir stapften durch knöchel- bis knietiefen Schnee und tauchten an zwei großen Burganlagen vorbei in die weiße Pracht der Wälder des Steigerwaldes. Als wir gegen Abend eine lichte Stelle im Wald gefunden hatten, schaufelten wir mit den Klappspaten einen Platz für unsere Kohte frei. Ein hüfthoher Schneering sollte uns von nun an vor wilden Tieren und ungebetenen Besuchern schützen. Der Boden wurde noch mit Fichtenzweigen ausgelegt und schon glimmte ein wärmendes Buchenfeuer in unserer Mitte. Mit verschiedenen Isomatten, Fellen und Zeltbahnen versuchten wir den Bodenfrost abzuhalten. Um gegen die bitterkalte Nacht gewappnet zu sein, schichteten wir in die verbliebenen Freiräume unserer Behausung weitere Buchenscheite und -äste. |
| Bald brutzelte auch schon das Fleisch auf dem Rost und Teewasser bereiteten wir uns aus dem Schnee vor dem Zelt. Nach einer gemütlichen und ausgedehnten Abendrunde legten wir grob den Schürplan für die kommende Nacht fest. Das Feuer war auf eine Größe angewachsen, an der sich der Sisalkreuzbund des Kohtenkreuzes dunkel verfärbte. Dennoch gefror unser feuchter Atem im unteren Bereich der Kohtenplanen an. |
| Als wir einschliefen, wirbelten feine Graupeln durch die Rauchöffnung der Abdeckplane, doch keiner fror in den Schlafsäcken. Am nächsten Morgen, das Feuer glimmte noch, ließ sich die Eisschicht, die sich im unteren Bereich der Kohte von innen und außen gebildet hatte, nur schwer lösen. Nach dem Zeltabbau verblieb durch die steifen Planen nur wenig Platz im Rucksack. Es hatte kaum merklich geschneit. Der Rest des Abendtees war im Topf, der im Innenraum am Rand der Kohte stand, eingefroren. Die Nacht hatte die Wälder deutlich abgekühlt. Bei strahlendem Sonnenschein und unter minus 10 Grad Celcius stapften wir am letzten Tag des Jahres durch die weiße Pracht zurück nach Frankenberg. |
![]() Kohte im Tiefschnee |
| Als das Ende der Wanderung abzusehen war, überlegten wir uns einen Namen für diese äußerst frische und erfrischende Unternehmung. Da die mehrtägige Herbstwanderung traditionell den Titel „Ironman“ für sich beansprucht, einigten wir uns schließlich auf "Snowman 2001". Prädikat: Nachahmenswert! |