Ritterlager vom 2. - 15.8.2008 auf der Ruine Stolzeneck

Wir schreiben den 2. August des Jahres 2008. Eine Gruppe verwegener Ritter und Knappen versammelt sich am Ufer des Neckars um gemeinsam auszuziehen, eine Ritterburg zu erobern! Nachdem mehrere Seemeilen in Booten und Kanus auf dem Neckar zurückgelegt worden sind, finden die furchtlosen Pfadfinder was sie suchen: die Burgruine "Stolzeneck" taucht nach einer Flussbiegung am steilen Berghang auf. Die Flotte landet am Ufer und die Ritter stürmen den Hang hinauf die Mauern.


Wilde Gefechte in alten Mauern

Für 14 Tage ließen 45 Jungen aus Forchheim, Ochsenhausen, Grönenbach, Weissensberg, Haader und zwei Sippen aus Marktbreit in der alten Burgruine in der Nähe von Eberbach das mittelalterliche Leben wieder erstehen. Mit Stangen zimmerten die Pfadfinder Türme und Wehrgänge auf den restlichen Mauern, bauten Koch- und Essensstellen, einen praktischen Waschplatz mit fließendem Wasser und gemütliche Schlafgelegenheiten. Sogar eine Kapelle mit Empore wurde errichtet. Dabei konnten wir auch gleich unsere gute Tat leisten, indem wir das alles überwuchernde Efeu für den Verwalter der Burg von den Mauern entfernten.

Des Abends klangen die rauen Ritterlieder von den Wänden des Burghofes wider und der Feuerschein warf die bizarren Schatten mutiger Streiter an den Fels. Hier wurden vergangene Heldentaten und Sagen aus der Ritterzeit nachgespielt. Als nächstes wurde die Umgebung unseres Heimes ausgekundschaftet, denn im Geländespiel musste man sie gut in der Gegend auskennen.

Zunächst konnte man im "Steinbruch", als "Holzfäller" oder durch "Schiffshandel" Reichtümer anhäufen, die dann feindliche Händler oder Piraten rauben wollten. Mit dem verdienten Geld wurden Soldaten für das entscheidende Gefecht angeworben. Die Burgbewohner erlernten an einem weiteren Tag die hohe Kunst des Fechtens. Sie konnten die Mauern mithilfe von Klettergurt und Seil erklimmen, lederne Gewänder anfertigen oder Fackeln herstellen. In einer Olympiade maßen sich die Sippen aus den verschiedenen Orten in ihren sportlichen Fähigkeiten. Ritterliche Disziplinen standen auf dem Programm: Bogenschießen, Lanzenstechen, Baumstammwerfen, Klettern mit verbundenen Augen, Ringkampf um das Siegestuch und Fischerstechen auf dem Fluss. Entgegen allen Gewohnheiten kochten sich die Ritter mangels Burgfräulein selbst ihr Essen. Ihr ganzes Können wurde beim großen Wettkochen verlangt. Wir brutzelten, garten, würzten und dekorierten also aus Leibeskräften am heißen Herdfeuer.


Jeder will eimal hoch hinaus

Nachts auf dem Burgfried legten einige Pfadfinder, darunter zwei Marktbreiter, beim Schein der Fackeln ihr Pfadfinderversprechen ab. Schließlich verließen wir die Burg für 3 Tage für eine selbst vorbereitete Wanderung. Gerade hier war das Wetter uns nicht so gut gesonnen, aber wir waren ja wetterfest ausgerüstet. Des Nachts wurden die Gruppen gastfreundlich in Schuppen und Scheunen im Stroh aufgenommen. Vielen wurde sogar ein Frühstück serviert, bei dem neben Milch und Tee manchmal auch Speck und Eier aufgetischt wurden. Doch uns Ritter rief leider schon wieder die ferne Heimat, sodass sich unsere vereinte Tafelrunde schnell in alle vier Himmelsrichtungen zerstreute.